Justin Stanley ist ein Produzent, Tontechniker, Musiker und Komponist, der seine Home-Base in Los Angeles hat und mit einer Anzahl an herausragenden Künstlern wie Eric Clapton, Prince, Sheryl Crow, Beck, The Vines, Jamie Lidell, Snoop Dogg, Daniel Merryweather, Jet, Nikka Costa, Robbie Robertson, The Heirs, Cold Cave, Paul McCartney, und Patti Smith, zusammengearbeitet. 

Justin’s Produktionen und Kompositionen sind auch in Filmen wie Friday Night Lights, Spiderman III, Blow, Zoolander, und Wolves of Wall Street zu hören. Ebenso in TV Serien wie Grey’s Anatomy, Nip/Tuck, Ugly Betty, Bones, und The Bernie Mac Show und Werbeclips von Nike, Gucci, Ford, Mercedes, und Ana Sui.

[LEWITT] Wie bist du im Musikgeschäft gelandet?

[Justin Stanley] Angefangen hat alles damit, dass ich als Kind angefangen hab, Schlagzeug zu spielen. Ich war einfach von Musik besessen. Als dann das Tascam Portastudio rausgekommen ist, habe ich mir eins besorgt und war von Aufnahmen besessen. Im Alter von Sieben habe ich mein erstes Keyboard bekommen und später habe ich in einer Band 10 Jahre lang Keyboard gespielt, während ich in einer anderen Band Schlagzeuger war, bis ich eines Tages mit einer dieser Bands in einem Studio Aufnahmen gemacht habe. Damals fand ich heraus, wie die Arbeit im Studio aussieht und welche Rolle ein Produzent spielt - wodurch ich noch besessener von dem Aufnahmeprozess wurde. Da ich ja eigentlich Musiker war, habe ich die Produzenten und Tontechniker eine Million Fragen gestellt... ich war ein sehr neugieriger Bursche und das ist bis heute so geblieben. Ich bin immer auf der Suche nach neuen Dingen die gut klingen. Auf der anderen Seite liebe ich auch das Vintage Zeug, wegen der, zugegebenermaßen klischeehaften Ansicht, dass nur weil es alt ist, es warm klingt und Charakter hat. Aber umso mehr ich gelernt habe, umso mehr habe ich herausgefunden, das es eigentlich nur darum geht, wie du dein Mikrofon einsetzt und positionierst und welche Aufnahmekette du verwendest und wie gut die einzelnen Komponenten zusammenpassen. 

Ich hatte tolle Mentoren auf meinem Weg da hin, wie Chris Kimsey [The Rolling Stones, Peter Frampton—Ed.] und Chris Thomas [The Beatles, Sex Pistols, Pink Floyd—Ed.], und als ich dann meine erste Band aufgenommen habe, habe ich den Beiden eine Million Fragen zu ihren Techniken und ihrem Equipment gestellt. Davor dachte ich immer, dass du hunderte Mikrofone aufstellen musst, um den besten Klang zu bekommen - aber letztendlich habe ich durch meine Zusammenarbeit mit diesen super erfahrenen Tontechnikern wie Nigel Godrich und Darrel Thorp herausgefunden, dass ihre Philosophie sehr einfach ist: mit einem Mikrofon vor deiner Klangquelle, hörst du dir erst einmal an, wie es im Raum klingt, dann gehst du in den Kontrollraum um herauszufinden wie es dort klingt. Der Sound kann dort auf viele coole Weisen anders klingen, aber du solltest immer zuerst herausfinden, wie das Mikrofon klingt. So habe ich also die Musik entdeckt und bin ein Tontechniker geworden - und ich Frage immer noch viele Fragen, da meine Neugier mein Antrieb ist. 

[LEWITT] Wie ist es zu deinem ersten Durchbruch gekommen? 

[Justin Stanley] Meine erste wirklich verrückte Erfahrung hatte ich 2000. Nikka Costa und ich haben ihre Platte Everybody Got Their Something in New York aufgenommen und sie hatte damals einen Vertrag bei dem Label Cheeba Sound. Die einzigen zwei Künstler die dort einen Vertrag hatten, waren Nikka und D'Angelo. Der Tontechniker, der zu der Zeit mit D'Angelo arbeitete, war Russell Elevado und er war einfach ein unglaublicher Künstler, Mixer und Tontechniker. Wir nahmen also gerade Nikka's Album in den Electric Lady Studios auf, während Russell dort mit D’Angelo das Voodoo Album aufnahm, und Russel kam rüber und half uns dabei Nikka's Album fertig zu stellen und mixte es. Russell zeigte mir die kreative Seite der Tontechnik, da er die Konsole wie ein Musikinstrument verwenden und einsetzen kann- es war eine unglaublich lehrreiche Erfahrung. Durch dieses Album, bekam Nikka eine sehr kurze Email, in der stand "Komm vorbei und spiel" - Absender war Paisley Park Records und wir kamen dahinter, dass Prince dahinter stecken musste. 2001 sind wir der Einladung dann gefolgt und haben Prince getroffen - das war der Anfang einer langen beruflichen Freundschaft mit ihm und er war ein großartiger Mentor! Für uns war es der erste Durchbruch... jemanden wie Prince zu haben, der an dich glaubt, hat uns Vertrauen gegeben, dass zu tun, was wir tun wollten. 

Und wie ging es dann weiter? Wie ist es zur Zusammenarbeit mit Künstlern wie Beck, Eric Clapton und Sheryl Crow gekommen?

Wisst ihr, ich bin aus Australien, ein immens kreativer Ort... aber Australien ist auch irgendwie eine kleine Insel, also muss man, wenn man in der Musikwelt wirklich Fuß fassen möchte, über Australiens Küsten hinauswachsen. Nikka und ich haben dort fünf Jahre lang gelebt und uns dann dazu entschieden nach Amerika überzusiedeln - und ich glaube allein diese Entscheidung hat uns viele Möglichkeiten eröffnet, weil ich auch diese naive Einstellung hatte und überall wo ich hingekommen bin die Leute nach Jobs gefragt habe. Ich bin einfach zu den Leuten hingegangen und habe ihnen erzählt, dass ich ihre Musik liebe und gerne mit ihnen zusammenarbeiten würde und das hat uns viele Türen geöffnet. Später habe ich dann durch die Alben, die ich mit Nikka produziert habe Beck und Prince getroffen... und mein Freund Doyle Bramhall, der ein grandioser Gitarrist und Produzent ist, hat mich irgendwann gefragt, ob ich mit ihm an Eric Claptons Album arbeiten möchte und dadurch kam es dann zur Zusammenarbeit mit Sheryl Crow und Jamie Lidell… und die Arbeit mit diesen Leuten führte danach dann zu Projekten mit anderen Leuten. 

Kommen wir zurück zur Rolle der Mikros in deinen Produktionen. Kannst du uns ein bisschen was darüber erzählen, was dir so gut an den Mikrofonen von LEWITT gefällt und wie du sie einsetzt? 

In meinem Studio habe ich eine kleine Gesangs-Kabine, einen Raum für Live-Aufnahmen und ich habe alles aufgebaut, damit man sofort loslegen kann. Ich glaube, dass es sehr wichtig ist eine kreative Umgebung für den Künstler zu schaffen. Ich möchte, dass die Künstler Inspiration finden und daher versuche ich immer den Klang sehr schnell einzufangen: Ich möchte die ursprüngliche Idee und die Gefühle, die der Musiker mit seiner Musik ausdrücken möchte, einfangen. Daher liebe ich auch das LCT 940, es bringt einfach alles mit um die Konstante in meiner Gesangs-Kabine zu sein. Auf der einen Seite, habe ich die Regler vor mir, um die FET oder Röhren-Seite oder eine Zwischeneinstellung zu verwenden und ich habe die Tiefenabschwächungs- und Vordämpfungs- Einstellungen direkt vor mir. Diese Mikrofon funktioniert mit jedem Sänger und jeder Sängerin. Wenn ich eine schöne seidig-zarte und intime Stimme habe, liebe ich die Röhren-Einstellung. Und wenn ich eine starke, eher tiefe Stimme habe, wie mit Nikka, die von einem plötzlichen Flüstern bis zu einem Kraftwerk reicht, fängt die FET-Einstellung die Stimme auf eine großartige Weise ein. 

Meine LCT 550’s verwende ich an vielen verschiedenen Instrumenten. Momentan sind sie and den Drums als Overhead-Mics aufgebaut. Ich habe sie auch schon an der Tom und Snare Drum verwendet - das LCT 550 ist wirklich ein wunderschönes Snare Mic - und ich habe sie für Streichinstrumente verwendet, wo sie wirklich herausragend klingen. Für Nikka's aktuelles Album habe ich die Streicher mit dem LCT 550 aufgenommen, da das Grundrauschen quasi nicht vorhanden ist und sie haben wunderschön offen geklungen - sie haben wirklich die Magie auf diesem Album eingefangen. Aber das LCT 550 ist wirklich Vielseitig. Wenn ich es an der Snare Drum verwende, positioniere ich die Membran genau über den Snare-Rahmen - in einem 45 Grad Winkel nach unten gerichtet - und ich bekomme diesen perfekten, alles umfassende Sound. Wenn du ein bisschen mehr Boom brauchst, kannst du das Mikrofon mit einem steileren WInkel mehr Richtung Drum richten. An den Toms positioniere ich das LCT 550 ziemlich nah am Fell - mit einem Abstand von 7-8 Zentimeter. Ich liebe das LCT 550 einfach, weil es alles so klar und detailreich klingen lässt.  

Alle Mikrofone arbeiten anderes. Daher predige ich auch immer jedem sich mit seinen Mikros auseinander zu setzen und verschiedene Positionen auszuprobieren, bis sie mit dem jeweiligen Mikrofon vertraut sind. Bis du dein Mikrofon wirklich gut kennst, kann es sein, dass du vielleicht nur einen halb so guten Klang damit erzielst als du eigentlich haben könntest, wenn du es besser kennen würdest. Daher ist es immer gut, ein bisschen mit den verschiedenen Positionen rumzuspielen - vielleicht mal seitlich von der Trommel oder darüber - und wenn du die verschiedenen Facetten und Positionen und Anwendungsbereiche von deinem Mikrofon richtig kennst, kannst du in einer Aufnahmesituation schnell tolle Ergebnisse erzielen.



LCT 550 Teaser
LCT 550

Aktuelle Version: LCT 540 S

LCT 940 Teaser
LCT 940

Klare, knackige FET-Präzision.
Warmer, reichhaltiger Röhrenklang.
Ein Mikrofon.